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Nicht nur Arbeit steht auf dem Programm :)

Und schon liegt der zweite Monat in der Dominikanischen Republik hinter mir…Die Zeit vergeht schneller als man denkt, und dennoch fühlt es sich an, als sei ich schon eine längere Zeit auf der karibischen Insel.

Aber der Reihe nach…

Wie erwähnt stand am Sonntag dem 13. Oktober unsere erste große Wiederaufforstungsaktion an, welche von dem Unternehmen „MAU“ organisiert war. So fuhren Marcus, Janek und ich zusammen mit einigen anderen Mitarbeitern Plan Sierras zu der dazu vorgesehenen Fläche, um einige Vorbereitungen zu treffen. Die Fläche, welche an einem Abhang lag wurde schon in den Tagen zuvor von Plan Sierra bearbeitet, indem in regelmäßigen Abständen kleine Löcher aus dem Boden ausgehoben wurden, sodass sonntags lediglich die kleinen Bäume (etwa 2800 Stück) eingesetzt und das Loch mit ein wenig Erde gefüllt werden musste. Wir waren, zusammen mit Aribel für die Ausgabe der Getränke und der Abfallbeseitigung zuständig. Zudem kümmerten Marcus und ich uns darum, dass sich die Mitarbeiter „MAU´s“ mit sauberem Wasser aus Schalen, welche wir immer wieder austauschten, waschen konnten, nachdem sie die Bäume gepflanzt hatten. Kurz nachdem wir eingetroffen waren, folgten auch die etwa 200 teilnehmenden Angestellten, welche allerdings zunächst noch auf ihren Chef warten musste, welcher mit etwa anderthalbstündiger Verspätung auch eintraf, kurz eine Rede hielt und die „Reforestación“ damit offiziell eröffnete.

Teilnehmer der Aufforstung, gut zu erkennen: die Vorarbeit durch Plan Sierra 


 

Nachdem der anstrengende Teil der Wiederaufforstung abgeschlossen war, ging es für die gesamte Gruppe in eine Außenstellen Plan Sierras in Los Montones, in der ein Buffet für die komplette Belegschaft aufgestellt war. Nachdem auch wir uns mit Reis, Bohnen, gebratenen Bananen im Honigmantel, Hühnchen und einigen anderen dominikanischen Spezialitäten (z. B. Casabe, eine Art Knäckebrot aus angebratenem Yuccamehl) gestärkt hatten, ging es für uns daran, die Essensreste und entstehenden Abfälle getrennt zu entsorgen. Nachdem dies erledigt war konnten wir dem Feierabend entgegen Richtung San José de las Matas heimfahren. Da diese Arbeit einen Sonntag in Anspruch nahm, erhielten wir dafür einen Tag Urlaub, welchen wir bei Gelegenheit nutzen können. So auch mit den anderen Wiederaufforstungen, welche an den nächsten zwei Wochenenden folgten.

 

Die  Arbeitstage in den folgenden Wochen verliefen den vorangegangenen im Grunde recht ähnlich, daher beschränke ich mich mit meinem Bericht auf Tage, an denen wir etwas unternommen haben oder ich etwas Neues kennengelernt habe.

Am Dienstag nach der „Reforestación“ brachten Aribel und ich den entstanden Müll zu der ortseigenen Müllkippe SaJoMa´s und ich fand das wieder, was mir bereits auf Fotos gezeigt wurde: Einen stinkenden Müllhaufen in dem sich sowohl Nahrungsreste, vergammeltes Papier als auch unzählige Plastiktüten auffinden ließen. Diese Müllhalde befand sich unmittelbar vor einem Steilhang und auf die Frage, was denn mit dem Abfallhaufen passiere, wenn der gesamte Platz damit zu geschüttet sei, gab Aribel mir die befürchtete Antwort…der gesamte Müll wird einfach den Abhang in das Tal hinuntergeschoben um neuen Platz zu schaffen.

 

Ein wunderschöner Blick auf die umliegende Landschaft, wäre da nicht dieser Müllhaufen 


 

Am nächsten Samstag folgte eine weitere, etwas kleinere Wiederaufforstungsaktion der „Zona Franca“, welche der ersten in Ablauf und Tätigkeiten glich. Bei der „Zona Franca“ handelt es sich um einen Zusammenschluss vieler Betriebe einer Region in Santiago, welche ausschließlich für den Export produzieren und dadurch steuerliche Vorteile gegenüber anderen Firmen erhalten. Gepflanzt werden bei diesen Aufforstungen meist Pinien, da diese schnell wachsen und auch ansonsten kaum besondere Standortbedingungen benötigen. Des Weiteren sind die Nadelbäume lichtdurchlässig, sodass innerhalb des späteren Waldes weiterhin Weideland gedeihen kann. Eines der Ziele Plan Sierras liegt nämlich darin, auch auf landwirtschaftlich genutzte Wiesen aufzuforsten, ohne, dass der Bauer unter Verminderung seiner Fläche leiden muss. Stimmt der Landwirt zu, so kann er neben dem Gras auch das Holz auf seinem Weidegrund nutzen und trägt nebenbei zum Naturschutz bei.

Am Abend suchten Janek, Marcus und ich die örtliche Pizzeria auf, um uns für die sieben-Tage-Woche mit einem Essen, nicht der dominikanischen Küchen entsprungen, zu belohnen.

 

Sonntags stand für mich eine Besonderheit auf dem Programm, da meine „Gastcousine“ Jessica ihren 15. Geburtstag feierte. Die Besonderheit bestand darin, dass dieser Geburtstag, in der Kirche der „Evangélica Misionera e.V.“, welche meine Gastfamile angehört, ein Mädchen zu eine Frau beziehungsweise eine „muchacha“ („junge Frau&ldquo werden lässt. Aus gegebenem Anlass feierten wir einen Gottesdienst, in dem Jessica, geführt von ihrem Cousin nach vorne treten musste und von ihren Eltern, Großeltern, Geschwistern, Tanten und Onkel kleine symbolische Geschenke überreicht bekam, zum Beispiel ihre ersten Kinderschuhe. Nach dem Gottesdienst fanden sich alle eingeladenen Gäste bei ihrem Großvater ein, bei dem die Feierlichkeit fortgesetzt wurde. Bevor es zu den zwei Ehrentänzen kam, einem mit ihrem Vater, einem mit ihrem Galant, setzte die Mutter dem Geburtstagskind eine Krone auf und ihr Vater zog ihr extravagante Schuhe an. Gekleidet war Jessica in einem lila Kleid, welches beispielsweise sogar bei einem Abiball aufsehen erweckt hätte. Nach den Tänzen folgten die Fotos, und zwar jede Menge Fotos, unter anderem neben der vierstöckigen Geburtstagstorte. Daraufhin gingen wir zum üppigen, typisch dominikanischen Buffet über (ähnlich dem der Aufforstung). Nachdem wir noch einige Getränke zu uns genommen hatten, endete der Abend allmählich.

 

Jessica zwischen Gästen, rechts die vierstöckige Torte 

 

Am Dienstag (23. Oktober) nahm mich Martín, ein Mitarbeiter mit zu einem Gewächshaus, um das Abwasser dieses auf Sauerstoff-, Phosphor-, und Nitratgehalt, sowie pH-Wert hin zu kontrollieren und Daten für zukünftige Untersuchungen zu sammeln. Neben der interessanten Arbeit bot auch die Fahrt, eine Motorradtour über die kurvenreichen Straßen am Rande des Gebirges eine sehr gute Abwechslung.

Inzwischen arbeiteten zwei Studentinnen einer Universität in Santiago zusammen mit Aribel und mir. Freitags hielt eine von ihnen einen Vortrag in einer Schule über die Wiederverwertbarkeit von Abfällen und nach einem kurzen Gespräch mit der Direktorin einigten wir uns darauf,  die Schule regelmäßig zu besuchen, um den Schülern den umweltschonenderen Umgang mit Müll näher zu bringen.

Die dritte und vorerst letzte Wiederaufforstungsaktion stand am Samstag, dem 26. Oktober auf dem Programm. Diese war die größte von den dreien mit fast 400 teilnehmenden Mitarbeitern der „Banco Popular“, eine der wichtigsten und bedeutsamsten Banken der Dominikanischen Republik.

Abends besuchten wir drei Freiwilligen ein Theaterstück, welches von Schülern vorbereitet wurde. Darauf gestoßen sind wir, weil Janek täglich mit Schülern zusammenarbeitet und diese ihm davon erzählt hatten. Das Stück besaß viele Elemente von Tanz und Gesang und stellte die Werte des Lebens in den Mittelpunkt.

Auch an diesem Sonntag folgte ich der Einladung meines Gastvaters in die Kirche, da es sich um einen Gottesdienst nach dem Motto „Día de los amigos” („Tag der Freunde&rdquo handelte. Die Messe war geprägt vom belebten Gesang der Versammelten und einer enthusiastischen Rede des Priesters; für mich auf jeden Fall eine neue Erfahrung.

 

Montags besuchte ich zusammen mit den zwei Studentinnen, dessen Namen ich leider nicht zu schreiben weiß, wieder die Schule um mit einer Klasse aus alten Toilettenpapierrollen Dekorationsblumen zu basteln. Auf diese Weise demonstrierten wir ihnen eine Möglichkeit der Wiederverwendung von anfallenden Haushaltsresten und versuchten so ihre Fantasie anzuregen, um weitere Ideen zu entwickeln.

Nachmittags trafen sich eine Reihe von Schülern, mit denen Janek und Pablo zur Zeit arbeiten auf dem Gelände von Plan Sierra ein, da Aribel und ich Unterstützung benötigten, um den schon einige Zeit zuvor aufgefundenen  „Fokus der Kontamination“ zu beseitigen. So machten wir uns zusammen mit den etwa 20 Schülern, jeder ausgerüstet mit Handschuhen und Müllsacken ans Werk die Abfälle von der Grasfläche  zu entfernen und die Säcke zu füllen. Nach etwa einer Stunde war die Arbeit erledigt und wir konnten zum Büro zurückkehren und dem Feierabend entgegenschreiten.

Die Schüler sah ich schon früher wieder als erwartet, da ich Janek am nächsten Tag in die Baumschule („Vivero&ldquo von Plan Sierra folgte, weil ich ansonsten nichts zu tun gehabt hätte. Zusammen mit den Schülern, welche während der Zeit des Abiturs 30 „Naturstunden“ ableisten müssen, klopften wir den ganzen Nachmittag Samen aus Pinienzapfen, welche zur Neuanpflanzung in der Baumschule dienen. Die Arbeit mit den etwa 16 bis 17 Jahre alten Schülern bot eine angenehme Abwechslung und auch eine Menge Unterhaltung, da sich nicht nur ein Jugendlicher in den Mittepunkt des Geschehens drängen wollte.

 Die Schüler und Janek (mit grauer Kappe) bei der Arbeit

 

 

Am Donnerstag gab es dann wieder die Möglichkeit zu einer Exkursion mit Nallely, mit der wir auch schon den ersten Ausflug unternommen hatten. Diesmal ging es für Marcus und mich Richtung Monción, der Stadt, in der ich eigentlich hätte arbeiten sollen. Wir besuchten das Büro von Plan Sierra und holten zwei Mitarbeiter ab. Mit diesen ging die Fahrt dann weiter, auf unebenen Schotterwegen und durch zwei, allerdings nur wenig Wasser führenden Flussbetten in den natürlichen Regenwald hinein, wie Nallely uns verriet. Als es dann aber tatsächlich nicht mehr weiter ging, hieß es Wandern, und das war anstrengender als angenommen, da die Luftfeuchtigkeit unter den, in luftige Höhe ragenden Baumkronen um einiges höher war, als wir es ansonsten gewohnt sind. Nach etwa einer dreiviertel Stunde, in der wir einem schmalen Pfad, der scheinbar kreuz und quer, mehrmals über Flüsse mit knöchelhohem Wasser , die wir von Stein zu Stein springend überquerten, folgten, kamen wir zu unserem Ziel,  einer Höhle. Natürlich wollten Marcus und ich sofort in diese hinein, doch das war gar nicht so einfach, da der Eingang vor unseren Füßen nach unten in das Gestein ragte , allerdings so uneben beschaffen war, dass man nicht ohne Weiteres hätte hineinspringen können. So mussten wir uns langsam nach unten in Höhle vortasten, auch wenn es sich nur um einen etwa zwei Meter hohen Abstieg handelte. Unten angekommen und nur wenige Schritte weiter in Richtung Felsinneres war es stockdunkel, doch dem Geruch nach zu urteilen, war die „cueva“ nicht unbewohnt. Und wir sollten Recht behalten, im Licht unserer Kamerablitze konnten wir die ein oder andere Fledermaus, nur knapp vor oder über unseren Köpfen herfliegend, ausmachen. Mithilfe dieser kurzweiligen Lichteffekte schritten wir auch langsam weiter in die Höhle vor (die mitgebrachte Taschenlampe erwies sich leider als defekt) und erkannten das ganze Ausmaß des sich tief in den Felsen erstreckenden Hohlraums. Obwohl uns die hohe Luftfeuchtigkeit im Wald schon aufgefallen war, wurde sie von der in der Höhle nochmals deutlich überschritten, sodass wir nicht allzu lange darin verweilen wollten. 

            Ich am Eingang...

...und mit Marcus in der Höhle...

 

 ...in der wir nicht unbemerkt blieben

 

Wieder im Auto machten wir uns auf die Suche nach einer Essensgelegenheit und wir fanden eine Art Imbissbude mit Burgern und Pommes, was Besseres hätte Marcus und mir kaum passieren können.  Mit vollen Mägen ging die Fahrt weiter zum Stausee von Monción, wo sich uns ein atemberaubender Blick auf die umliegenden Hügelketten, welche den sich weit erstreckenden See umschlossen, bot. Zudem erfuhren wir, dass die Energie des gesamten Landes lediglich aus Wasserkraft gewonnen wird.                     

 Ich vor dem Stausee und Blick über das Gewässer und das umliegende Gebirge

                                  

Nachdem wir auch dort eine Weile verbrachten und den Ausblick genossen, ging es zunächst wieder zurück ins Büro von Monción und dann nach Hause. Während der Fahrt durchquerten wir El Rubio und ich konnte einen ersten, eiligen Blick auf den Ort werfen, welcher größer zu sein scheint, als ich es mir vorgestellt hatte.

 

Es folgt das verlängerte Wochenende vom 01. bis zum 04. November, da am darauffolgenden Mittwoch der „Tag der Verfassung“ anstand, aber anstatt am Feiertag selber, schon am Montag frei gemacht wird, um ein langes Wochenende genießen zu können; eine durchaus gute Regelung wie wir uns dachten.                                                                            Um diese freien Tage in volle Zügen ausnutzen zu können, machte ich mich zusammen mit Janek auf den Weg nach „Rio San Juan“, einer Stadt an der Nordküste der Republik. Zuvor, am Freitag machten wir gemeinsam mit Marcus einen Zwischenstopp in Santiago, wo Daijana, Marcus´ Gastschwester wohnt. In ihrer Wohnung, in der wir auch übernachteten, begannen wir den Abend gemütlich mit dem einen oder anderen Glas Rum, gemischt mit Cola, Zucker und einigen frischen Limettenstückchen. Später am Abend führte Daijana uns in zwei Lokalitäten der Stadt, welche sie selber ab und an aufsucht. Bei der ersten handelte es sich um eine Bar unter freiem Himmel, in der wir ein gemütliches Plätzchen an einem Stehtisch finden konnten, bei der anderen um einen Nachtclub, in der wir so beschallt wurden, dass man sein eigenes Wort nicht verstand. So machten wir uns nach dem ersten Bier, welches auch noch einen sehr stolzen Preis hatte, auf zu Daijanas Wohnung um ein wenig Schlaf zu erhaschen, bevor es am nächsten Tag früh morgens in den Bus weiter gen Norden ging. Müde aber dennoch voller Vorfreude ging es für Janek und mich samstags um kurz nach acht Uhr in den ersten Bus, welcher uns nach Sosúa brachte. Dort stiegen wir in eine Guagua um, die uns auf direktem Wege nach Rio San Juan  fahren sollte…so zumindest nahmen wir an, doch nach etwas mehr als der halben Strecke fuhren wir plötzlich rechts ran und machten einen unplanmäßigen Stopp. Die wenigen anderen Fahrgäste waren inzwischen ausgestiegen, als uns der Fahrer nach einer Viertelstunde aufforderte in einen anderen Bus umzusteigen, welcher hinter der Guagua erschienen war. Nachdem wir abgesichert hatten, dass wir nichts weiter zahlen mussten, gingen wir zum anderen Bus hinüber und stellten fest, dass dieser anscheinend zurzeit zur Obstlieferung verwendet wurde. Der gesamte Eingangsbereich war mit gestapelten Säcken vollgestellt und wir mussten über diese und die ersten Sitzreihen klettern, um zu freien Sitzgelegenheiten zu gelangen. Doch solche Erfahrungen sind es, die Spaß bringen und neugierig auf weiteres Neues machen. 

Der mit Obstsäcken vollgepackte Bus                                                                                                          Angekommen im Zielort fanden wir eine recht schäbige kleine Küstenstadt vor, auf deren Straßen nicht allzu viel Betrieb anzutreffen war. Unsere Unterkunft war eine kleine Zweizimmerwohnung in der wir uns selber mit Pancakes, Haferflocken mit Bananen und Nudeln über Wasser hielten. Die Wohnung war sauber und entsprach genau unseren Ansprüchen. Unseren ersten Ausflug unternahmen wir direkt am Nachmittag und er führte uns zu dem etwa einen Kilometer entfernten „Playa Caletón“, an dem wir uns nicht lange mit dem Sonnen aufhielten, sondern schnellstmöglich in den erfrischenden Atlantik sprangen. Einige Einheimische Jungen zeigten uns noch einen versteckten Felsvorsprung, von dem weitere Jugendliche einige Meter tief ins Wasser sprangen und man einen herrlichen Blick über die Weite des türkisblauen Ozeans genießen konnte.                                                           

Playa Caletón

 

Am Sonntagmorgen machten wir uns daran die Lagune des Ortes zu entdecken und folgten dem Ufer des Wasserweges, aus dem fast lückenlos Mangroven emporstiegen. Ein völlig anderes, aber nicht minder schönes Bild als das vom gegenüberliegenden Strand.

Die von Mangroven bewachsene Lagune in Rio San Juán


 

Die Lagune hinter uns gelassen fuhren Janek und ich nachmittags zum  schönsten Strand, an dem ich je baden war: „Playa Grande“. Ein sich ewig lang erstreckender Sandstrand der zur einen Seite von Palmen und anderen Bäumen begrenzt wurde und dem gegenüber ins Wasser führte. Dieser Anblick und der hohe, spaßbringende Wellengang, führten auf jeden Fall dazu die kleinen Probleme mit dem  „Motoconcho“-Fahrer, der uns zum Strand gefahren hatte zu vergessen. Bevor wir uns zu zweit, wie es hier durchaus üblich ist, hinten auf sein Motorrad setzten, hatten wir uns auf einen Fahrtpreis von insgesamt 100 Pesos geeinigt, doch am Strand angekommen forderte der Mann plötzlich das doppelte, doch wir waren nicht bereit dies ohne Weiteres zu zahlen. Erst nach einigen Minuten, nachdem wir schon 150 Pesos geboten hatten und unter freundlicher Mithilfe eines Wachpersonals konnte die Situation aufgelöst werden und wir darüber lachen. Am Abend erwachte dann auch die Stadt und wir konnten einige Bars ausmachen, in denen fröhlich gefeiert wurde. Einen letzten Strandbesuch absolvierten wir, bevor es wieder nach SaJoMa ging. An diesem Morgen konnten wir beobachten, wie ein Mann ohne jegliche Hilfsmittel eine haushohe  Palme hinaufkletterte und innerhalb einer dreiviertel Stunde um die 30 Kokosnüsse erntete, welche mit lautem Aufprall im Sand landeten. Die Rückfahrt, welche wir eingeengt neben zwei weiteren Männern auf der Rückbank eines in die Jahre gekommenen „caro publicos“ begannen, verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle, sodass wir gegen Abend wieder unsere Heimatstadt erreichten.

 

Am darauffolgenden Donnerstag hatten Aribel und ich die Aufgabe einen Mitarbeiter beim Säubern des „biodigestor“, einer kleinen „Biogasanlage“ im Zentrum Los Montones zu unterstützen. Diese setzt sich aus drei Fässern zusammen, von denen der eine mit Gartenabfällen und tierischen Exkrementen gefüllt, befeuchtet und fest verschlossen wird; im anderen befindet sich Wasser. In dem mit Wasser gefülltem Fass steht ebenfalls ein Fass kopfüber, dieses ist über einen Schlauch mit dem ersten verbunden. Verrotten die Abfälle in dem einen Fass, so strömt das Gas durch den Schlauch in das umgedrehte Fass und wird dort gesammelt. Da dieses kopfüber unter Wasser gehalten wird, ist gewährleistet, dass die Konstellation dicht ist und keine Gase ausströmen können. Bei diesem Exemplar handelt es sich lediglich um eine Art Vorführmodell für Bauern der Umgebung, ansonsten könnte dieses Gas unter Anderem zum Entzünden des Gasherdes verwendet werden, sodass eine Familie nicht darauf angewiesen wäre, das teure Gas zu kaufen.                                                                   Inzwischen handelte es sich beim Inhalt des ersten Fasses nur noch um eine dunkle, breiige Masse, eine Art Humus, welche nun als Dünger verwendet werden kann. Vom Pflanzenrest bis zum Biodünger vergingen etwa vier Monate. Nachdem wir das Biogas aus dem Sammelfass entlassen haben, füllten wir die Humusmasse in einen anderen Behälter um, sodass Platz für neue Pflanzenreste geschaffen wurde.

 "Eddy" (Mitarbeiter Plan Sierras) und Aribel beim Säubern des biodigestors

 

 

Im Laufe der nächsten Tage fiel uns immer wieder auf, dass es tatsächlich schon auf Weihnachten zugeht, da sich an mehreren Häusern schon der ein oder andere Weihnachtsmann oder auch Schneemann finden ließ. Insbesondere der Schneemann stach ins Auge und ließ uns jedes Mal schmunzeln, da das Thermometer unbeirrt um die 32° Celsius anzeigt und die Sonne unerbittlich scheint. Auch die „Avenida“, also die Hauptverkehrsstraße San José de las Matas´ wurde feierlich geschmückt, indem um jeden Baum und jeden dickeren Ast eine Lichterkette gewickelt wurde, wie uns auffiel in den Nationalfarben Blau, Weiß und Rot.

Weihnachtliche Dekoration vor der "Cooperativa San José", einer Bank in SaJoMa 


 

Das Wochenende verbrachten wir wieder ruhig in SaJoMa. Marcus und ich stellten uns am Samstagabend Daijana und seiner Gastmutter Daisy im Domino, dem (!) Spiel der Dominikanischen Republik, verloren aber kläglich. Auch als wir am nächsten Abend die Revanche forderten, waren die Verhältnisse schnell wieder klargestellt, und dennoch fanden wir Gefallen an dem Spiel. Aber nicht nur Domino, sondern auch „Empanadas“ („Frittierte&ldquo haben wir für uns entdeckt. Dabei handelt es sich um kleine, mit Salami, Käse, Tomatensoße oder vielem anderen gefüllten Teigtaschen, die frittiert werden und als Snack für Zwischendurch eine super Möglichkeit bieten.

 

Da das Büro Plan Sierras einer Baustelle gleicht, weil ein Umbau stattfindet, haben Marcus und ich den Montag und Dienstag damit vollbracht draußen auf dem Gelände Spanisch zu lernen und uns ein schattiges Plätzchen direkt unter einem riesigen Mangobaum ausgesucht. Beim Blick in die Krone dieses Baumes, stieg unsere Vorfreude auf die Erntezeit der Früchte, um Mai herum, gewaltig.

 

Mittwoch war ein besonderer Tag, denn zum ersten Mal sind Aribel und ich nach El Rubio gefahren. Endlich, nach langem Warten konnte ich die Stadt kennenlernen in der ich eigentlich schon hätte arbeiten sollen. Nach der 35 minütigen Fahrt über hauptsächlich Schotterpisten, zeigte Aribel mir das Büro von Plan Sierra vor Ort, ein vom Alter gekennzeichnet Häuschen. Da wir hier nur einen Mitarbeiter antrafen, ging´s flugs weiter Richtung „Rathaus“, einem  kleinen Gebäude, welches nur wenige beengte Büros beinhaltete. Nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister, in dem Aribel mich vorstellte und unsere Absichten präsentierte, führte sie mich zur Müllheide El Rubios und es war ein ähnliches Bild wie beim „vertedero“ von SaJoMa, nur dass der Müll hier vor wenigen Tagen noch den Hang hinuntergeschoben worden war. Trotz dieses Bildes stieg neue Motivation in mir auf, endlich richtig anzufangen, und ich hoffe, es besteht in nächster Zeit öfter die Möglichkeit dorthin zu fahren.                                                                                                 Eine kleine Info am Rande: „El Rubio“ bedeutet „Der Blonde“, also sehr passend.

Am Nachmittag sind wir zusammen mit den Zwei Studentinnen, welche bis Januar ein Praktikum absolvieren ins Dorf Yerba Buena gefahren, um dort zusammen mit einem „Klub der Mütter“ Weihnachtsdekoration aus alten Eierkartons zu basteln. In gleicher Weise verbrachten wir den Donnerstagnachmittag, diesmal allerdings im Ort Rincón de Piedras.  Hier war ich allerdings beschäftigter damit, Kolibris zu beobachten und vor allem mit der Kamera einzufangen, was mir leider ehr schlecht als recht gelungen ist. Dennoch hatte ich die Möglichkeit diese faszinierenden und unglaublich schnellen Vögel bei der Nektarsuche zu verfolgen.                                                                                                                                       Am Abend besuchten wir ein Softballspiel von Plan Sierra, Hauptbüro gegen „Vivero“. Wie schon zuvor vermutet, wurde Softball auch nach diesem Abend nicht zu unserer Lieblingssportart, da uns die Spannung aber auch die nötige Regelkunde von dem, vom Baseball stammendem Spiel, fehlte.

 

Schon stand das Wochenende wieder vor der Tür und zu diesem hatte sich Besuch angemeldet, und zwar die anderen Freiwilligen Miriam, welche in Barahona an der Südküste tätig ist, Benita, die in Cotuí arbeitet und die beiden bei der Universität ISA in Santiago beschäftigten Freiwilligen Lisa und Linda. Schon am Freitag trafen Benita und Miriam ein und wir verbrachten einen ruhigen Abend mit ihnen und tauschten Erlebnisse der ersten zwei Monate aus. Am Samstagmorgen stießen Lisa und Linda dazu und wir machten uns ohne große Umschweife auf dem Weg zu einem kleinen Wasserwerk, das aber schon seit etlichen Jahren außer Betrieb ist. Dort verbrachten wir einige Stunden mit Baden in den natürlichen Schwimmbecken zwischen den Felsen, bevor wir uns am späten Nachmittag wieder auf dem Weg nach SaJoMa machten, ein anstrengender 45 Minuten Marsch durch die Hitze.   

v.l.: Linda, Benita, Miriam, Marcus und Lisa auf den Felsen, aus denen ein kleiner Wasserfall hervorspringt

 

 Abends trafen wir uns wieder und genossen zunächst Pizza und anschließend im Park ein wenig Rum, bevor es aufging zu einer Art „Abivor-Fete“. Unter den Klängen von Bachata und Merengue kam bei uns nicht mehr allzu viel Feierlaune auf, sodass wir der Party nicht so viel abgewinnen konnten.                                                                                                

Sonntags zeigten wir den anderen die große Baumschule Plan Sierras, in der jährlich etwa 2,2 Millionen Bäume, hauptsächlich Pinien aufgezogen werden. Diese Pinien sind unter anderen für die Landwirte der Umgebung bestimmt, welche die Pflanzen auf ihren Feldern setzen können. Pflegen die Bauern die Bäume gut und kümmern sich um deren Erhaltung, so zahlt Plan Sierra die zuvor entstandenen Pflanzkosten und die Bauern können das Holz  nutzen.                                                                                                                                         

 Am Nachmittag verabschiedeten sich Benita, Lisa und Linda, sodass wir nur noch zu viert waren, also perfekte Voraussetzung für ein paar Runden Domino. Bevor die Nacht hereinbrach, suchten wir uns entlang der geschmückten Avenida eine Bank um das Wochenende abermals unter typisch dominikanischer Musik ausklingen zu lassen.    

Da Miriam nicht nur zum Urlaub zu uns gereist ist, sondern auch zum Arbeiten beziehungsweise um den richtigen Umgang mit GPS-Geräten zu erlernen, machten sie, Marcus und ich uns am Montag nach der Mittagspause auf dem Weg durch SaJoMa um Mülleimer sowie Müllansammlungen mit GPS-Daten zu versehen. Die Daten fügten wir heute einer Karte hinzu, sodass nun auf einen Blick zu sehen ist, wo überall in der Stadt ein Mülleimer steht beziehungsweise an welcher Stelle noch einer notwendig wäre.

 

Zum Schluss noch eine, eigentlich zwei Sachen, die uns verstärkt aufgefallen sind und die uns nicht selten unsere Nerven strapazieren. Dabei handelt es sich um die Alarmanlagen der Autos, welche teilweise minutenlang eine schrille Melodie abspielen und lediglich von vorbeifahrenden Motorrädern oder ohrenbetäubenden, aufgemotzten Mopeds ausgelöst werden. Eine Sache, die es nur schwerlich zulässt sich an ihr zu gewöhnen, aber dabei handelt es sich lediglich um eine Randnotiz, denn ansonsten leben wir un mehr und mehr ein. Dies gelingt uns umso einfacher, wenn wir zum Beispiel nach Feierabend wiedermal den Aussichtspunkt aufsuchen und sich uns solche Bilder bieten, mit dem ich meinen Eintrag gleichzeitig schließen werde:

Sonnenuntergang (im Vordergrund die Cordillera Central)

 

 

20.11.13 02:46

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