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Der erste Monat

Heute ist der 12. Oktober 2013, vor genau einem Monat also nahm mein Freiwilligenjahr seinen Anfang mit der Ankunft in Santo Domingo.

Leider verfüge ich weiterhin nicht über Internetempfang, aber ich dachte, dass es mal wieder an der Zeit ist einen neuen Blogeintrag zu verfassen. Daher schreibe ich diesen nun vor und werde ihn bei der sich nächstbietenden Möglichkeit online stellen.

Wie gesagt, einen Monat verbringe ich nun schon in der Dominikanischen Republik und in dieser doch recht kurzen Zeit habe ich schon so einiges erlebt, sodass ich befürchte, gar nicht alles so wiedergeben zu können, wie ich es eigentlich gerne machen würde.

Ich beginne einfach mit den letzten Tagen des Vorbereitungsseminars. Am Sonntag, den 15. September trafen unsere Tutoren in unserer Unterkunft ein und man konnte eine gewisse Nervosität unter uns Freiwilligen spüren, da sich ja nun herausstellte mit wem man das ganze nächste Jahr zusammenarbeiten werde. Doch die Nervosität legte sich recht schnell, als wir uns in einer großen Runde gegenüber saßen und jeder sich vorstellte. Nikaulis hatte mich schon vorgewarnt, dass es bei meinem Namen zu Schwierigkeiten kommen könnte, und so war es auch, als Aribel, meine Tutorin sich vorstellte und sagen wollte, dass sie mit mir zusammen arbeiten werde…allerdings nicht meinen Namen aussprechen konnte. Doch Janek, einem weiteren Freiwilligen, welcher mit mir und Marcus ebenfalls bei Plan Sierra in San Josè de las Matas arbeitet, traf es ebenfalls, denn sein Name wurde für den einer Frau gehalten. Nachdem jeder Freiwillige sich in einem Vieraugengespräch (oder kleinen Gruppengesprächen) mit seinem Tutoren austauschte, folgten wir am Abend den Spuren des Nachtlebens Santo Domingos. Wer nun denkt an einem Sonntagabend sei doch kaum eine feierlaunige Menschenseele anzutreffen, der irrt, denn was wir in der Kolonialstadt Santo Domingos, unter freiem Himmel vor anmutig wirkendem Tor aus kolonialen Zeiten vorfanden war einfach atemberaubend: Eine tanzende Menge, Presidente (DAS Bier in der Dom. Rep.) trinkend und laut mitsingend zu den Klängen von Merengue und Bachata (Vielleicht auch nur eins von beiden, aber momentan höre ich noch keinen wesentlichen Unterschied heraus). Wir erlebten Lebensfreude und Ausgelassenheit, wie ich sie zuvor nur selten erlebte, und so blieb uns nichts anderes übrig, selber auch das Tanzbein zu schwingen und das ein oder andere Presidente zu leeren. Wobei, auch das verläuft nicht wie in Deutschland: Man kauft ein großes Presidente (650 ml. oder 1 l.) und erhält obendrein einige Plastikbecher, trinkt mit den anderen zusammen und so geht’s dann reihum. Dem schlossen sich auch einige Tutoren an, bevor es zurück zu unserer Unterkunft ging.                            Noch erwähnenswert war das WC, wenn man den denn so nennen darf. Hierbei handelte es sich um einen kleinen Raum am Ende eines Ganges, welcher durch ein zerfetztes Laken vom Flur getrennt war. Darin vorzufinden war eine handelsüblichen Toilette, welche aber augenscheinlich ohne Spülapparat ausgestattet war und einem ebenfalls schon mehr als gefülltem Eimer, der links daneben stand. Der dabei entstandene Gestank suchte seinesgleichen, aber das nahmen wir nur zum Anlass von Späßen und verstanden uns darauf, das Jahr zu einem Abenteuer zu erklären… in vielerlei Hinsicht!


La Fiesta in der Kolonialstadt

 

Am nächsten Tag war es an der Zeit, sich fürs erste von den übrigen Freiwilligen  zu verabschieden und ihnen das Beste für ihre Zeit zu wünschen, denn es ging Richtung Einsatzplätze. Für Marcus, Janek und mich hieß das, zu viert (zusammen mit Marcus` Tutor Alin alias Billy) hinten in einen Pickup gequetscht, unser Gepäck ungesichert auf die Ladefläche geworfen und eine dreistündige Fahrt gen SaJoMa hinter uns zu bringen. Doch die Fahrt war nicht nur von den „kuscheligen“ Sitzverhältnissen gekennzeichnet, sondern insbesondere von ersten atemberaubenden Ausblicken, welche unser zukünftiges Arbeitsumfeld ankündigten. Am Horizont bot sich uns ein wunderschöner Blick auf die Cordillera Central, dem größtem Gebirge des Landes; wir ließen Wälder hinter uns; es ging an tiefen, fast unbewohnten Tälern vorbei und durch kleine Dörfer, in denen uns nicht selten Früchte oder ähnliches angeboten wurde. Nachdem wir auch buckeligste Pisten heil überstanden hattem und zu jeweils einer Seite fast immer ein Tal auf das nächste folgte, erreichten wir San José de las Matas, eine kleine Stadt in der Sierra inmitten des Landes.

Angekommen in SaJoMa fuhren wir ohne große Umschweife zum Hauptbüro von Pan Sierra, wo wir direkt den weiteren Angestellten und dem Direktor vorgestellt wurden. Danach ging es für Janek und mich, wie schon erwähnt in unsere Notunterkunft. Wir wurden zunächst dort untergebracht, da in meinem Fall noch keine Gastfamilie gefunden wurde und in Janeks Fall, die Gastfamilie mit dem Umbau des Hauses beschäftigt war, beziehungsweise immer noch ist. Marcus hatte die Möglichkeit direkt ins Haus seiner Gastmutter einzuziehen.                                                                                                           Mir war es leider vergönnt, die erste Nachtruhe in meiner neuen Heimat entspannt anzutreten, da ich unfreiwilliger Weise mit meinem Moskitonetz eine ziemlich große Spinne, welche sich schon ein wenig von ihren Verwandten in Deutschland abhob, in meinem Bett gefangen hatte. Glücklicherweise bemerkte ich dies rechtzeitig und Janek und ich machten uns daran, die Bestie von Tier (:D)  in eine Plastiktüte zu scheuchen, sodass ich sie behutsam draußen in die Freiheit entlassen konnte.

  

Ein, zu der im Netz gefangenen Spinne ähnliches Exemplar

 

Nachdem die Nacht ohne weitere Vorkommnisse oder weiteren tierischen Besuchen schnell vorübergeschritten war, stand auch schon der 17. September vor der Tür, und damit der erste Arbeitstag. Es wurde beschlossen, dass ich die erste Zeit, wie Marcus und Janek ebenfalls im Hauptbüro in SaJoMa, anstatt direkt in El Rubio arbeiten werde. Sorgen, welche ich mir zuvor gemacht hatte, ob ich denn gut mit meinen Mitarbeitern auskomme oder ähnliches waren völlig unbegründet gewesen. Die Mitarbeiter waren von Anfang an sehr nett und aufgeschlossen, lediglich meine nicht sehr guten Spanischkenntnisse verhinderten es, die eine oder andere Konversation aufkommen zu lassen. Dennoch sorgten sie für Erheiterung, zum Beispiel als Aribel mich über unsere Aufgaben unterrichtete und „die Kuh“ dabei zunächst zu „muuuuhh“ und dann zu „la vaca“ wurde. :D

Abends machten wir drei uns auf den Weg unsere neue Heimat zu entdecken und fanden unter anderem einem Sportplatz, „Play“ genannt, auf dem die heimische Jugend oft Baseball spielt und sich die in SaJoMa wohnenden Haitianer oft zum Fußball spielen treffen. Wie wir erfuhren hatten frühere Freiwillige regelmäßig bei ihnen mitgespielt und sofort spielten auch wir mit diesem Gedanken.

 


Blich über San José de las Matas

Die nächsten Arbeitstage verliefen recht beschäftigungslos, was ich nutzte um meine Spanischkenntnisse aufzubessern…oder mehr oder weniger verzweifelt zu versuchen Aribel bei Gesprächen zu folgen.

 

Am Donnerstag hieß es dann für mich schon wieder meine Sachen zu packen, denn Aribel hatte mit ihren Schwiegereltern, Rosa und Juán gesprochen, und sie waren bereit mir ein Zimmer zur Verfügung zu stellen, was mich wirklich sehr freute. Wie schon geschrieben waren mir meine Gasteltern von Anfang an sympathisch und ich verstand mich sofort gut mit ihnen. Neben Rosa und Juán lebt auch noch Joél, mein Gastbruder, mit in dem kleinen, gelb – grün gestrichenen Haus. Einzige Kleinigkeit, welche mich störte: Mein Zimmer hatte keine Tür, lediglich einen Vorhang, der aber nur dürftig als Raumtrennung diente. Da, wie auf dem Seminar besprochen, eine Tür allerdings Vorschrift ist, sprach ich zunächst mit Aribel und dann mit meinen Gasteltern darüber, schon war die Tür in Planung.

 

 Meine Gastfamilie: Joél, Juán und Rosa (v. l.)

 

Das Haus meiner Gastfamilie

Den Freitagabend verbrachten wir Freiwilligen mit Billy in einer kleinen Kneipe und zelebrierten Janeks 19. Geburtstag und unsere Ankunft in San José de las Matas mit ein paar Bechern Presidente (übrigens immer schockgefroren, die Flasche mit einer dünnen Eisschicht überzogen serviert).

Für den Samstag hatten wir uns mit anderen Freiwilligen in Santiago de Caballeros, der „zweiten Hauptstadt“, welche eine Stunde Fahrt entfernt lag verabredet.                                                Gefahren sind wir mit einer  „Guagua“ für 100 D.R.$  (Dom. Pesos, 1€ entsprechen etwa 55 D.R. $) und solche Fahrten muss man einfach mit Humor nehmen. Eine „Guagua“ ist ein kleiner Bus, ähnlich eines alten VW-Busses in den so viele Leute hineinverfrachtet werden, wie nur irgend möglich. Zu fünft in einer Sitzreihe, welche für drei Leute ausgelegt ist, dazu noch zwei stehende Passagiere und zwei/drei Männer welche sich in die geöffnete Tür stellen, mehr geht wirklich nicht, und das eine Stunde…wie gesagt, man muss es einfach mit Humor nehmen. In Santiago angekommen machten wir uns auf in Richtung dem Wahrzeichen der Stadt, einer weißen Säule, „el monumento“ genannt, welche Trujillo, ehemaliger Diktator im 20. Jahrhundert, zu ehren seiner Mutter errichten ließ. Dort trafen wir uns mit Lisa und Linda, welche ihr Freiwilligenjahr in Santiago verbringen. Zurück im Zentrum der Stadt stießen auch Alexej, Till und Jennifer,  die in Mao arbeiten zu uns und wir konnten uns über unsere ersten Erfahrungen mit unseren neuen Arbeitgebern, der neuen Heimat und Sonstiges austauschen. Einige von uns statteten sich noch weiter aus, indem noch eine neue Hose, ein neues Hemd oder andere Sachen gekauft wurden. Wie in Santo Domingo bat sich uns auch hier wieder das gleiche Bild vom ungeregelten Verkehr, in dem sich jeder selber der Nächste war und „caros publicos“ (eine Art Taxis) mit durchgehendem Gehupe auf sich aufmerksam machen wollten um neue Fahrgäste zu für sich zu gewinnen.

 

 

 

Am Sonntag war Familientag und wir fanden uns am Mittagstisch bei Rosas Vater ein. Danach wollte Joél mir einen typisch dominikanischen Rum näher bringen, ehr mit mäßigem Erfolg. Der aus Zuckerrohr gebrannte Rum traf nicht unbedingt meinen Geschmack, stattdessen jedoch das Zuckerrohr, was er mir ebenfalls anbot…und erwartender Weise ziemlich süß war :D

Montags ging es dann wieder ins Büro, wo mir Aribel meinen Plan bis Ende des Jahres (welcher sich auf El Rubio bezieht) erklärte, demzufolge ich unter Anderem Familien besuchen, sie beim Errichten von kleinen „Kompostierungsanlagen“ und Gemüsegärten unterstützen soll, sie über Mülltrennung aufklären und zur Klassifizierung ihres Abfalls in organisch und anorganisch anregen, um dem deutlich hervortretendem Müllproblem in dieser Region entgegenzutreten.

Am darauffolgenden Dienstag konnten wir einen freien Tag genießen, da es sich um einen kirchlichen Feiertag handelte. Wir nutzten den Tag um unsere neue Heimat näher kennenzulernen, indem uns Daijana, Marcus` Gastschwester zu einigen schönen Plätzen in und um SaJoMa führte, zum Beispiel einem Aussichtspunkt, von dem man einen fantastischen Blick auf das (schon angesprochene) sich vor der Stadt erstreckende Gebirge „Cordillera Central“ werfen kann. Außerdem ging es zu einem Fluss, welchen wir auch direkt für ein erfrischendes Bad bei der brennenden Hitze nutzten. Den Aussichtspunkt „El Fuerte“ („der Starke&ldquo genannt, besuchten Janek, Marcus und ich in den folgenden Tagen fast immer nach Feierabend um den Arbeitstag ausklingen zu lassen, nur leider oft gestört durch eine Aerobic-Gruppe, welche ebenfalls diesen Ort wählte, um unter lautstarker Musik Sport zu treiben.

 


Blick vom Aussichtspunkt auf die Cordillera Central

 

Die nächsten Arbeitstage verliefen ehr ruhig und ich verbrachte die meiste Zeit damit Spanisch zu lernen. Drei angesetzte Termine an denen Aribel mir El Rubio zeigen wollte, platzten, da plötzlich doch kein freier Wagen mehr zur Verfügung stand oder irgendein anderes Problem im Wege stand. Auf die Planungen ist ehr selten Verlass und ständig ergeben sich spontane Änderungen, weil etwas dazwischengekommen ist oder ein Fahrzeug fehlt.                                                                        Mit den Arbeitszeiten kann ich im Übrigen sehr gut leben. Wir starten am Morgen um 8 Uhr mit einer viertelstündigen Kaffeepause (wobei Pause falsch ist, da wir ja noch nicht gearbeitet haben), begeben uns dann bis 10 Uhr an unseren Arbeitsplatz, bis wir uns wieder im Gemeinschaftsraum zu einer zweite Kaffeepause versammeln. Danach wird bis 12 Uhr gearbeitet. Um 12 steht dann eine zweistündige Mittagspause für uns an, nach einer Stunde der Arbeit begeben wir uns um 3 Uhr wieder zu einer viertelstündigen Kaffeepause, nach der wir bis zum Feierabend um 5 Uhr durcharbeiten…und zwar ohne jede Pause :D                                             Am Donnerstag, den 26.09 verweilten wir sogar bis etwa 7 Uhr im Büro, da draußen ein so heftiges Gewitter tobte, welches uns nicht erlaubte, uns ins Freie zu wagen.

Das folgende Wochenende verbrachten wir nicht in SaJoMa, sondern mit einigen anderen Freiwilligen im Surferparadies Cabarete an der Nordküste der Dom. Rep. Nach vierstündiger Hinfahrt mit den verschiedensten Fortbewegungsmitteln (Guagua, Reisebus, caro publico) kamen wir dann endlich an dem Hotelressourt an, dem auch unsere Unterkunft angehörte…und zwar im strömendem Regen! Schnell aus der Guagua gerannt stellten wir uns an einem kleinem Häuschen unter, bis ein Mann uns anbot, uns bis zu unserem Hotel mitzunehmen. Doch schlussendlich schütze uns auch das nicht vor dem Regen, denn in der Zeit des Wartens bis uns die Tür geöffnet wurde, drang das Wasser durch die Klamotten bis auf die Haut. Aber es folgte eine nette Überraschung, denn die Eigentümerin war eine herzliche Dame aus der Schweiz, welche uns zunächst in ihre Wohnung einlud und uns mit leckerem Mangobrot und Handtüchern versorgte. Nachdem wir uns ausgetauscht und der Regen nachgelassen hatte, führte sie uns in unsere Unterkunft und wir konnten uns endlich zum Schlafen unter die Moskitonetze begeben.                                                               Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Strand und beschlossen Surfstunden zu nehmen. Ich kann durchaus behaupten, dass es ein riesiger Spaß war, obwohl ich nicht nur einmal vom Brett ins Wasser gestürzt bin. Doch das ein oder andere Mal, unter Mithilfe des Surflehrers, indem er einen kräftigen Schub gab, konnte ich mich auf dem Brett halten und ritt auf den Wellen Richtung Strand…ein wundervolles Gefühl. Doch zwei Stunden surfen waren anstrengend und wir kehrten kurz danach in unsere Unterkunft zurück um uns kurz auszuruhen und frisch zu machen, denn wir planten am Machmittag in die Stadt Cabarete selber zu fahren. Dort trafen wir uns mit den anderen Freiwilligen und nicht lange und ich hatte einen Caipirinha vor mir stehen. Später am Abend machten wir uns auf den Weg zum Strand und die dort liegenden Diskotheken. Bei sehr lauter Musik kam sehr gute und heitere Stimmung unter den Leuten, oft noch mit FlipFlpos im Strandoutfit, auf.                               Nach einem weiteren kurzen Ausflug vom traumhaften und vor allem ruhigen Strand in das angenehm warme Nass des atlantischen Ozeans, traten wir am Sonntagmittag auch schon die Rückreise an.

 


Strand von Cabarete

Die nächste Woche begann ähnlich wie die vorige, im Büro war für mich nicht allzu viel zu tun und, da Aribel Urlaub hatte, gesellte ich mich zu Billy und Marcus. Dass wir am Anfang oftmals nichts zu erledigen haben, wurde uns schon auf dem Vorbereitungsseminar angekündigt, da wir zunächst eine Eingewöhnungsphase benötigen um richtig anzukommen und eigene Aufgaben übernehmen zu können.

Dienstag besuchte ich mit Janek und seinem Tutor Pablo eine Schule, in der in der nächsten Zeit eine „Kompostierungsanlage“ eingerichtet werden soll, um den schuleigenen Gemüsegarten wieder in Schwung zu bringen.

Am Mittwoch unternahmen wir eine Ökotourismustour, welche Nalelly, eine Mitarbeiterin Plan Sierras leitete. Zunächst ging es  zu einem anderen Büro von Plan Sierra, welches für eine andere Region in der Sierra zuständig ist. Danach fuhren wir zu dem Stausee „Bao“, welcher vor einigen Jahren zur Energiegewinnung und zum Schutz der umliegenden Landschaft errichtet wurde. Unser Blick erstreckte sich lang über das Wasser bis hin zu den bewaldeten Erhebungen, welche den See begrenzten. Anschließend ging es in einen Wald, welcher durch alte Bambusbäume zu einem besonderem wurde. Die Bäume, aus vielen Bambusstangen bestehend waren unglaublich hoch und breit, sodass ich mich daneben wahrhaft winzig vorkam. Zudem gaben sie ein „Knartschen“ von sich, wenn sie im Rhythmus des Windes schwangen, was sie in einer gewissen Art und Weise geheimnisvoll wirken ließ.  So führte Nalelly uns noch zu anderen Orten, von denen wir einen unbeschreiblichen Blick über das Tal vor uns hatten oder von denen wir adlerähnliche Vögel in den Lüften über dem Fluss „Rio Yaque del Norte“ kreisend, beobachten konnten.

 

 

 

 

 


v.l.: Ich vor dem Stausee „Bao“, Ich vor einem der Bambusbäume, Blick vom Büro über den Stausee und umherliegende Landschaft

Donnerstag und Freitag stand ein Lehrgang zum Bodenschutz und zur Landwirtschaft an Berghängen auf dem Plan. Dieser war für die Bauern der Umgebung organisiert, aber auch wir konnten ohne Weiteres daran teilnehmen und erfuhren so sehr viel über die Probleme der Landwirtschaft in dieser  Gegend, aber auch über die entwickelten Lösungsmöglichkeiten, zum Beispiel dem Anlegen von „Terassen“ an Hängen, auf denen besser Nutzpflanzen angebaut werden können. Am Freitagmorgen errichteten wir außerdem noch einen Kompost mit den Bauern, um ihnen auch diese Möglichkeit der organischen Düngergewinnung nahezubringen.


Zusammen mit den Bauern messen wir eine Terasse aus                  

 

Nach dem Seminar stand auch schon wieder das Wochenende vor der Tür, an dem wir uns vorgenommen haben, das Nachtleben in SaJoMa zu entdecken. Also machten wir uns in Begleitung Marcus´ Gastschwester Daijana und einer ihrer Freundinnen auf dem Weg zu einer Lokalität, einer Mischung aus Bar und Diskothek, waren aber nicht sehr angetan, da wir sie als recht unbequem und viel zu laut empfanden. So machten wir uns auf in eine zweite, in der mein Gastbruder Joél arbeitet. Diese gefiel uns schon besser, man konnte sich gemütlich hinsetzen um etwas zu trinken…aber nicht um sich gemütlich zu unterhalten, denn auch hier überhallte die Musik fast jedes Wort. Auch hier bedarf es eigentlich einer Beschreibung des WC´s, da ich es aber schon zu der in Santo Domingo gemacht habe, unterlasse ich es dieses Mal :D      

In der neuen Woche angekommen, setzte ich meine Bemühungen um das Verbessern meiner Spanischkenntnisse fort und nutzte so die Zeit im Büro, in der ich keine Aufgaben zu erledigen hatte, um neue Vokabeln aufzuschreiben.                                                                   Zusätzlich stellte Billy uns ein Projekt vor, zu dem unser Vorgänger die Idee hatte, jedoch nicht mehr die Zeit es umsetzen zu können. Es trägt den Namen „Ecobolsa“ („Ökotasche&ldquo und hat zum Ziel, die übermäßige Verwendung der Plastiktüten in den drei größeren Supermärkten SaJoMas entgegenzuschreiten und umweltverträglichere Stofftaschen einzuführen. Wir empfanden dieses Projekt als sehr sinnvoll, da auch uns schon aufgefallen war, in welch verschwenderischen Art und Weise die Plastiktüten an den Kunden gebracht werden. So wird jeder Einkauf doppelt in Tüten eingepackt, so klein dieser auch sein mag, selbst wenn es sich zum Beispiel nur um eine kleine Wasserflasche handelt. Da die Tüten nicht wiederverwendet werden, landen die meisten auf der Straße oder im Fluss. So beschlossen Janek und ich uns mit dem Projekt auseinanderzusetzen und verfassten am Dienstag ein Konzept, auf dessen Grundlage das Projekt umgesetzt werden soll.

Für den nächsten Tag war eine Wiederaufforstung in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Schülern geplant. Angekommen an der Wiese auf der die neuen Bäume gesetzt werden sollten, begegneten wir vielen fragenden Blicken, und auch wir waren verwundert, denn wir standen vor einem sehr steilen Abhang, auf dem eine Wiese angelegt war. Wir beschlossen unten mit dem Graben der Löcher für die Bäume anzufangen, da dort nur eine leichte Steigung vorzufinden war. Mit vier Pickhacken machten sich die 44 Schüler daran ein Loch nach dem anderen in einer bestimmten Reihenfolge auszuheben. Doch da war doch noch etwas…beziehungsweise eben nicht, denn die Bäume trafen nicht ein. Erst mit dreistündiger Verspätung, als wir gerade alle Sachen gepackt hatten und uns auf dem Rückweg machten, kam uns der Wagen mit den Pflanzen entgegen, aber zu spät und wir fuhren dennoch zum Büro zurück. Wie gesagt, an Planungen halten sich nicht immer alle. Um die Zeit des Wartens zu verkürzen führte Pablo die Gruppe in ein trockenes Flussbett, welches wir durchliefen wie zu Regenzeiten das Wasser. Es war nur ein kleiner Fluss, dennoch aufregend, denn rechts und links türmten sich Felsen durchkreuzt von Wurzeln auf, welche zu den Bäumen einige Meter über uns gehörten.

Den Donnerstag verbrachte ich wieder im Büro, aber inzwischen an meinem eigenen Schreibtisch, hatte allerdings wieder kaum etwas zu tun.

Gestern hatten wir eine Versammlung mit einigen Mitarbeitern von Plan Sierra, da eine große Wiederaufforstungsaktion, organisiert von einem großen Unternehmen am Sonntag vor der Tür stand und Plan Sierra Teile der Organisation übernehmen sollte. Des Weiteren zeigte Aribel mir einen „Fokus der Kontamination“, eine Ansammlung von Müll in SaJoMa, welche wir mit den Verursachern zusammen säubern wollen. Dazu steht in den nächsten Tagen ein Gespräch mit der Inhaberin des Straßenladens vor dem Abfallhaufen an.


 

Morgen ist also die große Wiederaufforstungsaktion, weshalb heute Abend nichts weiter auf dem Programm steht und ich einen ruhigen Abend verbringe werde, vielleicht einen Film schauen oder lesen. So verbringe ich auch den Großteil meiner Abende, indem ich ein Buch durchstöbere, ein Film einschalte oder Musik höre. Leider ist es um 7 Uhr abends schon wieder dunkel, sodass sich auch draußen kaum eine Möglichkeit bietet etwas zu unternehmen.

 

Wie ihr seht, geht es mir soweit ganz gut, auch wenn ich mich immer noch an viele Dinge gewöhnen muss, zum Beispiel die Unsicherheit von aufgestellten Plänen oder das ehr langsame Arbeitstempo vieler Mitarbeiter.

Ich hoffe ich konnte meinen ersten Monat, den ich gestern mit Marcus und Janek mit einem Bierchen gefeiert habe recht deutlich und vollkommen wiedergeben. Falls noch Fragen zu etwas offengeblieben sind gerne melden!

Viele Grüße,

Carsten

 

Eigentlich hatte ich noch weitere Bilder einfügen, doch dazu reicht die Internetverbindung, welche ich bei Marcus erhaschen konnte leider nicht aus! ich hoffe ich kann die anderen nachreichen!

15.10.13 00:54

Letzte Einträge: Die Ankunft, Kein Internet, Eigene Homepage

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Nico (15.10.13 17:35)
mein gott carsten
hört sich ja spannend an was du da so treibst :D
unser einer is hier am schuften und du gönnst dir da dauerhaft einen :O
bin auch sehr positiv überrascht von deinen journalistischen fähigkeiten :P
hier bei uns läuft alles normal und wir vermissen dich :-* <3 :D :D
halt uns bloß regelmäßig auf dem laufenden und vergiss nicht deine haare zu schneiden! brauchen nicht noch so einen :DDDD

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